Die Gesetzliche Rentenversicherung

Ein System im Wandel von der Einkommens- zur Grundsicherung

Zukunft?

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Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung ist das heutige Rentensystem auf der Basis des Umlageverfahrens nicht mehr finanzierbar.

Neben den deutlich gesunkenen Geburtenraten kämpft das System mit dem Problem, dass parallel dazu die Menschen immer älter und damit die Rentenbezugszeiten immer länger werden. Gleichzeitig verkürzen sich aufgrund längerer Ausbildungszeiten die tatsächlichen Beitragsjahre.

Eine Ansparung und Verzinsung von Geldern je Versichertem sieht das System nicht vor; d.h., die aktuellen Rentenbeiträge werden sofort an die heutigen Rentner ausgeschüttet.

In der Verbrauchersendung von Plusminus am 11.12.2013 wurde der Wertgehalt der jährlich versendeten Renteninformationen untersucht. Schauen Sie sich doch einmal den Beitrag mit dem Titel “Renteninformation: Viel zu hohe Altersbezüge versprochen” an.


Entwicklung der Umlagefinanzierung in Zukunft

2013 finanzieren 2,9 Arbeitnehmer einen Rentner
2030 soll die Rente nur noch von 1,9 Arbeitnehmern finanziert werden
2040 sind es sogar nur noch 1,6 Arbeitnehmer.

Fazit: Für die mit heute vergleichbaren Rentenansprüche müsste sich der Beitragssatz der Umlagenfinanzierung bis 2040 zirka verdoppeln! Der Staat stellt seit Jahren die Weichen, dass die gesetzliche Rente nicht weiterhin die Haupteinnahmequelle der Rentner darstellt und fördert kapitalgedeckte Vorsorgeformen für das Alter.

Ein paar Beispiele

  • 2001  wurde das Rentenniveau der gesetzlichen Rentenversicherung reduziert.
  • 2002 wurde die staatlich geförderte Riesterrente als kapitalgedeckter Baustein eingeführt, um die o.g. Kürzung auszugleichen.
  • 2002 wurde gesetzlich verankert, dass jeder Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge hat.
  • 2004 wurde die Krankenversicherungspflicht für alle Auszahlungen aus betrieblichen Altersvorsorgeverträgen eingeführt. Dies gilt für alle zukünftigen Auszahlungen. Kein Bestandsschutz!
  • 2005 wurde das Alterseinkünftegesetz eingeführt:
    • Einführung der staatlich geförderten Rürup-Rente,
    • Neuregelung der betrieblichen Altersvorsorge
    • Änderungen der steuerlichen Förderung
    • Alle Renten werden ab dem Zeitpunkt anders versteuert
  • 2012  wurde die stufenweise Erhöhung des Rentenbeginns in der GRV von 65 auf 67 Jahre beschlossen. Dies ist aber für die Menschen in Berufen mit starker körperlicher Belastung nicht zu schaffen. Entsprechend sehen sich die Betroffenen gezwungen, die Altersrente vorzuziehen. Der Rentenanspruch reduziert sich dadurch um 3,6% pro Jahr, was tatsächlich eine weitere versteckte Rentenkürzung bedeutet.
  • 2012  gingen auch Themen wie Grundrente, Mindestrente und Pflichtversicherungen für Selbständige durch die Medien. Nach den Wahlen hören wir sicherlich mehr davon.